Leipziger Buchmesse mit Fokus Polen, Ukraine, Belarus

Zu Gast auf der Leipziger Buchmesse, die vom 15. bis 18. März stattfand, waren auch herausragende polnische SchriftstellerInnen: Andrzej Stasiuk und Sylwia Chutnik stellten beim „Fokus Polen“ ihre neuesten Romane vor: „Hinter der Blechwand“ (Suhrkamp) ist ein wilder Roadtrip durch Südosteuropa und behandelt den Einbruch der Globalisierung und der Chinawaren in die ländlichen Grenzgebiete. Chutnik, die einen Verein für die Rechte der Frauen gegründet hat, stellt in ihrem furiosen Romandebüt „Weibskram“ die Schicksale dreier Frauen und des „Weibsmannes“ Marian vor – allesamt Bewohner des Warschauer Stadtteils Ochota und alle Outsider, die aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und eigener Veranlagung nicht glücklich sein können.

In einer weiteren Veranstlatung im „Café Europa“ diskutierten Autoren der drei Schwerpunktländer über das Thema Fußball und die bevorstehende EM: Hier waren Andreij Chadanowitsch (Belarus), Natalka Sniadanko und Serhji Zhadan (Ukraine) und Piotr Siemion zu Gast. „Der Fußball ist in Polen ein Spielball der Oligarchen“, verkündete der Breslauer: „Man muss aber dazusagen, dass der Fußball in den letzten 20 Jahren seine Funktion vollständig geändert hat. In den sozialistischen Zeiten war er ein Ersatz für alles: Für das Recht auf Selbstbestimmung, Ersatzreligion, Ersatzprotest, heute ist er eher wie eine auswendig gekannte Oper.“  Der Länderfokus unter dem Titel tranzyt wird auch 2013 und 2014 die Literatur Polens, der Ukraine und der Belarus zum Messeschwerpunkt machen. Mehr Informationen gibt es hier.

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