Aus Breslau in die Welt

Am 9. und 10 Mai haben wir in Mainz und Wiesbaden einen eindrucksvollen Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies gezeigt:

„Wir sind die Juden aus Breslau“ dokumentiert in vierzehn Lebensläufen das breite Spektrum des Breslauer Judentums, die Herkunft der Zeitzeugen aus unterschiedlichen Milieus, aber auch ihre Wege nach dem Krieg, vom sozialistischen Zionisten über den Wissenschaftler Fritz Stern zum Rückkehrer nach Deutschland.

Am Anfang des Films steht die Recherche- und Begegnungsreise zweier Jugendgruppen aus Deutschland und Polen ins heutige Wrocław. Dort treffen sie unter anderem in der renovierten Synagoge „Zum Weißen Storch“ auf die Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen berichten.

Ihr Schicksal steht in der Folge im Mittelpunkt. Die Verfolgung und das Überleben, die Auswanderung und Flucht, die diese vierzehn Breslauerinnen und Breslauer in den meisten Fällen in die USA oder nach Israel führt. Dort sind weitere Interviews und Aufnahmen entstanden, die das oft harte und spannende Leben nach dem Krieg illustrieren.

Am Ende des Films stehen aktuelle Eindrücke des Filmteams aus dem heutigen Breslau, die ängstlich und nachdenklich machen: der erstarkte Nationalismus und Antisemitismus in der Stadt, der sich in gespenstischen Aufzügen voller Hass und Gewalt manifestiert und gegen den der kosmopolitische Stadtpräsident ankämpft.

Filmgespräch

Jan Kusber von der Johannes Gutenberg-Universität im anschließenden Gespräch mit Dirk Szuszies.

Die Filmabende fanden in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival GoEast, dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt und weiteren Partnern statt.

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