Bericht über den DPG-Stammtisch am 1.12.2017

Zum 2. DPG-Stammtisch des Jahres wurde in die zentral gelegene Weinkrone eingeladen. Als der Chronist abends gegen 6 Uhr eintraf, waren mit ihm bereits sechs Mitglieder versammelt. Die voradventliche Stimmung stieg noch, als „Pan Günther“ (Günther Kloss), ein den älteren Mitgliedern gut bekannter, nun in Bielsko-Biała Lebender herzlich begrüßt wurde und seine Stofftasche auspackte. Wie ein Nikolaus verteilte er Schachteln mit Pralinen und weiteren Süßigkeiten, die er aus Polen mitgebracht hatte. Das Treffen hatte auf Wunsch von Jurek (wie sich Günther jetzt in Polen nennt) die ehemalige Vorsitzende, Frau Iwona Derecka-Weber, in die Wege geleitet. Noch waren Stühle frei, aber schließlich musste die Runde immer enger zusammenrücken. Als gegen 19 Uhr der DPG-Schriftführer direkt von der Arbeit kam, passte sein Stuhl gerade noch in die Reihe zwischen die 10 anderen – der Zahl 11 kommt ja in Mainz eine besondere Bedeutung zu. Am „Stammtisch“ saßen nun Jung und Alt zusammen, auch ein „Alt-Danziger“ und eine „Neu-Gdańska“. Bei den lebhaften Gesprächen von acht bilingualen Teilnehmern konnte jeder hören, dass dort die deutsch-polnische Gesellschaft versammelt war, die drei Monolingualen konnten trotzdem die großartige Stimmung genießen.

Stammtisch in der Weinkrone

DPG-Stammtisch am 1.12.2017 in der Weinkrone in Mainz. Von den elf Teilnehmern fehlt auf dem Bild der Fotograf Philipp Bittner.

Philipp Bittner überbrachte die Grüße von Katarzyna Kostrzewska-Adam, die diesen Stammtisch mitorganisiert hatte und zum großen Bedauern der Anwesenden aus gesundheitlichen Gründen verhindert war. Mit einem „Selfi“ der Runde wurden ihr beste Genesungswünsche geschickt.

Der aus Umag (Kroatien) stammende Wirt servierte dem Chronisten zur Abrundung seines Essens Mokka. Da gefragt wurde, gab es zunächst eine Erklärung zu diesem besonderen Kaffee und warum unbedingt ein Glas Wasser dazu gehört. Zum Abschluss der Zeremonie goss er den Kaffeesatz auf den Teller, Ausgangspunkt für das dann fällige Kaffeesatzlesen. Dabei ergaben sich gute Prognosen für die DPG im nächsten Jahr, mit Ausnahme einer Wolke am sonnigen Firmament: Der DPG-Schriftführer wird bei bisher erfolgreichem Studium im Sommer wohl sein Bac-Examen abschließen und sein angestrebtes Master-Studium an einem anderen Ort fortsetzen…

Bleibt zum Schluss nur der Wunsch an Katarzyna: Bitte organisieren Sie im nächsten Quartal wieder einen DPG-Stammtisch!

H.-V. Ulmer

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Zeitzeugengespräch mit Henriette Kretz

Im Vorfeld des Gesprächs mit der Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz mussten wir uns Kritik anhören. Auf Facebook schrieb uns jemand, „es muss irgendwann Schluss sein!! “ und „ich kann das nicht mehr hören!!!“. Wir sollten doch lieber Themen bearbeiten, die den Verein für jüngere Leute attraktiv machen würden.

Selbstverständlich widersprachen wir, gingen jedoch gleichwohl mit einem mulmigen Gefühl in den Abend – und wurden ganz unerwartet positiv überrascht: Denn der Andrang war überwältigend. Nachdem sich der ursprüngliche Hörsaal mit 80 Plätzen als zu klein erwiesen hatte, wich die Organisatorin Katarzyna Kostrzewska-Adam in einen Saal mit 180 Sitzplätzen aus. Und weil auch die nicht ausreichten, standen die Zuhörer geduldig zwei Stunden bis hinaus auf den Gang (s. Bild). Es waren ganz überwiegend junge Menschen, für die dieses Thema eben gerade attraktiv war.

Schlange

Schlange vor dem Hörsaal P10 des Philosophicums

In sehr bewegenden Worten sprach Frau Kretz über jüdisches Leben im Osten Polens und ihr dramatisches Schicksal während des Krieges. Ihre humanitäre Haltung und ihr Enthusiasmus, mit der sie die Zuhörer einbezog, haben uns tief beeindruckt. Es wird hoffentlich nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.

Bilder von der Veranstaltung und eine kurze Rückschau gibt es auf der Facebook-Seite des Mainzer Polonicums.

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Jahresausflug 2017 zum Jagdschloss Niederwald

Am Samstag, dem 28. Oktober 2017, trafen sich neun Freunde und Mitglieder der DPG Mainz-Wiesbaden zum Essen im Jagdschloss Niederwald oberhalb von Assmannshausen im Rheingau. Auf dem anschließenden Spaziergang durch den ehemaligen Osteinschen Park, einen frühen romantischen Landschaftspark oberhalb des Rheinknies bei Bingen, entstanden bei kühlem, windigen, aber trockenen Wetter die folgenden Aufnahmen.

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„Zwei Solidaritäten – ,Polenhilfe‘ (1981–1983)“

Bericht zur Buchpräsentation der Autorin Barbara Cöllen im Gespräch mit Jerzy Paetzold über die Paketaktion 1981 – 1983: „Polenhilfe – als Schmuggler für Polen unterwegs – Pomoc dla Polski. Zostali przemytnikami dla Polaków“*

Eine Veranstaltung des Mainzer Studiums generale in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden am 29.5.2017

In Konkurrenz zu einem ausgezeichneten Sommerwetter hatten sich 13 Zuhörer eingefunden, denen ein spannendes Programm geboten wurde.

Als Vorstandsmitglied der DPG Mainz-Wiesbaden begrüßte Prof. Ulmer die Organisatorin der Veranstaltung, Frau Iwona Derecka-Weber, die beiden Ehrengäste sowie die Zuhörer und stellte zunächst die beiden Akteure vor:

Frau Barbara Cöllen, geb. in Polen, Studium der Germanistik an der Universität Warschau, lebt seit 1984 in Deutschland. Sie ist tätig beim Rundfunk Deutsche Welle und vielseitig als freie Journalistin, Autorin, Herausgeberin, Moderatorin, Übersetzerin, Lehrerin und 1. Vorsitzende des bundesweiten Verbandes „Polnische Journalisten in Deutschland“ e.V.

Herr Jerzy Paetzold, in der Nähe von Danzig geboren, kam 1974 nach Deutschland und verfügt somit auch über eine polnische und eine deutsche Sicht der Ereignisse. Er wohnt in Heidelberg, arbeitet dort u.a. als regelmäßiger Übersetzer für einen Polen-Newsletter sowie mit dem Verein „Initiative Partnerschaft mit Polen e.V.“ in Heidelberg zusammen und engagiert sich für einen neuen Verein „Camera Lucida 1755 e.V.“.

Die Veranstaltung entstand durch den Wunsch, die anlässlich einer sich zuspitzenden Versorgungslage in Polen entstandene westdeutsche Paket-Hilfsaktion und deren Bedeutung für die Deutsch-Polnischen Beziehungen in Erinnerung zu bringen. Schnell fielen die vorbereitenden Recherchen von Frau Derecka-Weber auf Frau Cöllen und deren Buch. Erst bei der weiteren Vorbereitung fiel der Untertitel auf: als Schmuggler für Polen unterwegs und wir fragten uns, was wurde denn da geschmuggelt: Zigaretten, Kaffee oder? Da das Buch in Deutschland nur noch antiquarisch zu bekommen war, konnten erst später die Umstände der Schmuggelei, die sich fast wie ein Krimi lesen lassen, für die Organisatoren erhellt werden. Schließlich wurden wir noch auf einen Film aufmerksam gemacht: „Pakete der Solidarität“ von Lew Hohmann (DE/PL 2011, 45 Min).

Die polnischen Bischöfe hatten bereits 1965 mitten im kalten Krieg mit einem Brief „Bitte um Vergebung“ an die Deutsche Bischofskonferenz den ersten Schritt zu einer Annäherung gewagt, der damals in der deutschen Öffentlichkeit wenig beachtet wurde. Die Paketaktion dagegen geriet dann zu einer echten Volksbewegung in die Gegenrichtung.

Frau Cöllen begann mit Erinnerungen an die Verhängung des Kriegsrechts in Polen am 13.12.1981 und die nachfolgend noch zunehmend verschärfte Versorgungs- und Wirtschaftslage: Ausgang für die Paketaktion. Anlässlich des bevorstehenden 30järigen Jubiläums der unabhängigen Gewerkschaft „Solidarność“ (gegründet im Sommer 1980) entstand die Idee zu einer Dokumentation zur Paketaktion. Frau Cöllen übernahm die Vorbereitung der Publikation und erlebte in Deutschland und Polen überwältigende Emotionen zu dieser Aktion. Über Kleinkinder der damaligen Zeit in Polen entstand der Begriff „Milupa-Generation“. Ihr Buch habe sie speziell für Jugendliche zusammengestellt, um die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements und der Solidarität zu vermitteln, zugleich aber auch als Dank für die Menschen, die dort mitgewirkt hatten. Bei Veranstaltungen in Schulen versuche sie, Jugendliche zum Nachforschen über die damaligen Vorgänge zu motivieren und auf die Bedeutung des Handelns einer Zivilgesellschaft in Krisen- und Notsituationen hinzuweisen.

Die Paketaktion hätte einen großen Beitrag zur Veränderung gegenseitiger Wahrnehmung der Polen und Deutschen nach dem 2. Weltkrieg geliefert und durch zahlreiche Begegnungen maßgeblich zu Versöhnungsarbeit und Partnerschaften auf allen Ebenen geführt. Dabei hätte auch das Gefühl der Empfänger mitgespielt: Da denkt jemand an uns, wir sind nicht alleine in unserer Not, und dies gilt auch für individuelle Geldspenden.

Während viele westdeutsche Politiker sich zunächst öffentlich zur Situation in Polen zurückhielten, galt dies nicht für Norbert Blüm und den Postminister Schwarz-Schilling. Neben zahlreichen Institutionen (z. B. DGB) beteiligten sich viele westdeutsche Bürger mit Einzelaktionen, bei denen oft ein christliches Menschenbild mitgeschwungen hätte. Bei ihren Befragungen westdeutscher Bürger wurden immer wieder auch Erinnerungen an Care-Pakete in der Nachkriegszeit aus den USA als Motiv für die neue Hilfsbereitschaft gegenüber Polen genannt.

Zum Schluss ging Frau Cöllen auf die Schmuggelware ein, die mit viel Einfallsreichtum nach Polen vor allem für die Unterstützung der „Solidarność“ und Untergrundverlage transportiert wurden – neben Geld u.a. Druckmaschinen, Papier, Elektronik-Teile für „Solidarność“-Sender usw. –, geschmuggelt wurden aber auch Ideen, neue Gerüche und Geschmäcke.

Bei dem temperamentvollen Vortrag von Frau Cöllen konnte Herr Paetzold etliche Fragen an sie einbringen, mehrere seiner Fragen waren aber schon beantwortet, bevor er sie stellen konnte.

In der halbstündigen Diskussion wurden auch mehre Fragen vom Publikum gestellt, u.a. zur parallelen Paketaktion der DDR und zur Rigidität der Grenzkontrollen. Nur wenige Schmuggler wurden an der Grenze gefasst und auch verurteilt. An der Grenze zu Polen überließen die DDR-Behörden den polnischen Grenzbeamten die Kontrolle.

Ausführlich wurde über die Erklärung der Bundesregierung vom 14. Januar 1982 als ein öffentliches Signal zum Handeln eingegangen.

Eine zweite, überarbeitete Auflage des Buches, das sich wiederum bevorzugt an die Jugend wenden soll, wird vorbereitet – geplante Erscheinung im 1. Quartal 2018. Ferner ist ein Buch über die parallele Paketaktion der DDR vorgesehen.

Der Veranstaltung schloss sich ein Nachtreffen in der Gaststätte Baron an; beide Akteure standen mehreren Teilnehmern bei herrlichem Sommerwetter für anregende Gespräche bis 22:30 Uhr zur Verfügung.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit herzlichem Dank an B. Cöllen und J. Paetzold.

* Zweisprachiges Buch: Polenhilfe – als Schmuggler für Polen unterwegs –  Pomoc dla Polski. Zostali przemytnikami dla Polaków“. Taschenbuch, 268 Seiten, Verlag ATUT, Wrocław/Breslau, 2012.

H.-V. Ulmer (31.5.2017)

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Aus Breslau in die Welt

Am 9. und 10 Mai haben wir in Mainz und Wiesbaden einen eindrucksvollen Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies gezeigt:

„Wir sind die Juden aus Breslau“ dokumentiert in vierzehn Lebensläufen das breite Spektrum des Breslauer Judentums, die Herkunft der Zeitzeugen aus unterschiedlichen Milieus, aber auch ihre Wege nach dem Krieg, vom sozialistischen Zionisten über den Wissenschaftler Fritz Stern zum Rückkehrer nach Deutschland.

Am Anfang des Films steht die Recherche- und Begegnungsreise zweier Jugendgruppen aus Deutschland und Polen ins heutige Wrocław. Dort treffen sie unter anderem in der renovierten Synagoge „Zum Weißen Storch“ auf die Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen berichten.

Ihr Schicksal steht in der Folge im Mittelpunkt. Die Verfolgung und das Überleben, die Auswanderung und Flucht, die diese vierzehn Breslauerinnen und Breslauer in den meisten Fällen in die USA oder nach Israel führt. Dort sind weitere Interviews und Aufnahmen entstanden, die das oft harte und spannende Leben nach dem Krieg illustrieren.

Am Ende des Films stehen aktuelle Eindrücke des Filmteams aus dem heutigen Breslau, die ängstlich und nachdenklich machen: der erstarkte Nationalismus und Antisemitismus in der Stadt, der sich in gespenstischen Aufzügen voller Hass und Gewalt manifestiert und gegen den der kosmopolitische Stadtpräsident ankämpft.

Filmgespräch

Jan Kusber von der Johannes Gutenberg-Universität im anschließenden Gespräch mit Dirk Szuszies.

Die Filmabende fanden in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival GoEast, dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt und weiteren Partnern statt.

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Bericht über den Festakt am 17. Juni 2016 zum 25. Jubiläum des deutsch-polnischen Freundschaftsvertrags in der Mainzer Staatskanzlei

Zum 25. Jubiläum des Freundschaftsvertrags hatte die Landesregierung Rheinland-Pfalz ein deutsch-polnisches Freundschaftsfest organisiert. Dieses war verbunden mit einem vorangehenden Festakt in der Mainzer Staatskanzlei, zu dem die Ministerpräsidentin Dreyer eingeladen hatte und mit dem auch an die 20 Jahre bestehende Partnerschaft des Landes Rheinland-Pfalz mit der Wojewodschaft Oppeln gewürdigt werden sollte.

Der Festakt begann mit einem beschwingten Musikstück, vorgetragen von einem kleinen Saxophonorchester der Chopin-Musikschule Oppeln.

Die Ministerpräsidentin begrüßte zunächst zahlreiche Ehrengäste und lobte besonders die guten Kontakte zur Wojewodschaft Oppeln. Sie würdigte das deutsch-polnische Jugendwerk und erwähnte ausdrücklich den trinationalen Europa-Masterstudiengang in den Universitätsstädten Oppeln, Dijon und Mainz. Sie schloss mit dem Hinweis, dass es doch keinen schöneren Vorabend für das Freundschaftsfest geben könne als das versöhnliche 0:0-Ergebnis des EM Fußballspiels.

Anschließend trug der Generalkonsul der Republik Polen (Jan Sobzcak) in polnischer Sprache (mit Simultanübersetzung) sein Grußwort vor. Er bezeichnete den Vertrag als gelungen und wies auf die Weitsicht polnischer Bischöfe hin, die bereits mitten im Kalten Krieg mit einem Brief „Bitte um Vergebung“ vom 18. November 1965 an die deutsche Bischofskonferenz den ersten Schritt zu einer Annäherung wagten. Erst nach dem Umbruch in Polen konnte dann die deutsche Minderheit auch am St. Annaberg Messen und Wallfahrten in deutscher Sprache feiern.

Der Marschall der Wojewodschaft Oppeln (Andrzej Buła) würdigte die besonderen, guten Beziehungen zwischen seiner Wojewodschaft und Rheinland-Pfalz (ebenfalls mit Simul­tanübersetzung). Schon in den 70er Jahren hätten diese begonnen; bis zur Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags habe man den Dialog gepflegt und ausgebaut. Dabei habe man gelernt, auch über schwierige Probleme zu reden.

Diesen Grußworten schloss sich ein Podiumsgespräch mit Zeitzeugen an, zweisprachig moderiert von Thomas Kycia (geboren 1974 in Gleiwitz, seit 1988 in Deutschland, u.a. freier Mitarbeiter des Senders rbb). Seine Einführung begann mit aktuellen Ergebnissen einer Umfrage zu gegenseitigen, sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Polen und Deutschen übereinander. Heute könne man ungezwungen über diese Stereotypen reden und schmunzeln. Es folgten historische Bezüge mit Filmszenen von Andrzej Klamt.

Noch mit dem letzten kommunistischen Ministerpräsidenten Rakowski ergab sich im Januar 1988 durch Gespräche in Bonn zusammen mit dem Bundekanzler Kohl ein Neuanfang der Beziehungen. Dabei spielte auch die Zusage Gorbatschows eine Rolle, dass sich die Sowjetunion bei dem im Warschauer Pakt vorhersehbaren Transformationsprozess nicht in die inneren Angelegenheiten der Mitgliedsstaaten einmischen werde; die Bonner Gespräche wurden somit ein Testfall für die zugesagte Nichteinmischung.

J. K. Bielecki, vom 12. Januar bis 5. Dezember 1991 zweiter, nichtkommunistischer Ministerpräsident der Republik Polen nach dem 2. Weltkrieg, begann seinen Einstieg in die Podiumsdiskussion mit einer Anekdote. Kohl wusste von seiner Fußballleidenschaft und schenkte ihm ein Paar Fußballschuhe, bis heute unvergessen. Sein überhaupt erster Besuch in Deutschland war durch die Einladung deutscher Gewerkschaften zustande gekommen. Bielecki erwähnte den Streik auf der Danziger Lenin-Werft im August 1980, an dem er als Berater der Streikenden in dem Gefühl von Aussichtslosigkeit beteiligt war. Er wies auf die denkwürdige Paketaktion mit Spenden zahlreicher westdeutscher Bürger vom Sommer 1980 bis 1982 hin. Angesichts einer massiven Wirtschafts- und Versorgungskrise wurden damals über 4 Millionen Spendenpakete von Deutschland nach Polen geschickt, was sich dort auf das Bild über die Deutschen positiv auswirkte. Er verwies auf weitere, wichtige Etappen der deutsch-polnischen Annährung: Der Versöhnungsgottesdienst in Kreisau am 12. November 1989 zusammen mit Helmut Kohl und den deutsch-polnischen Grenzvertrag vom 14. November 1990. So konnten schließlich deutsch-polnische Verhandlungen auf gleichem Niveau mit dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag am 17. Juni 1991 (kurz auch Freundschaftsvertrag genannt) erfolgreich abgeschlossen werden.

Dr. A. Rödder, Professor für neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität, hob die Wichtigkeit des Freundschaftsvertrags aus historischer Sicht hervor. Dann griff er die Bemerkung von J. Bielicki auf, man hätte den Streik auf der Danziger Lenin-Werft mit dem Gefühl von Aussichtslosigkeit durchgeführt. Er zählte als typisch für Polen weitere historische Beispiele dafür auf, nicht nur den Warschauer Aufstand im Spätsommer 1944, als die Sowjetarmee am anderen Weichselufer abwartete, bis der Aufstand von deutschen Truppen niedergeschlagen war. Diese Einstellung der Polen sei historisch als Tradition der Unbeugsamkeit auch in aussichtsloser Position bemerkenswert.

Prof. Dr. h.c. H. Teltschik ging als damaliger Sonderbeauftragter des Bundeskanzlers Kohl für die Verhandlungen mit Polen auf hochinteressante Details im Vorfeld der Verhandlungen zum Freundschaftsvertrag und die Verhandlungen selbst ein. Am 14. November 1990 wurde der deutsch-polnische Grenzvertrag geschlossen, am 29. August 1991 in Weimar die Gemeinsame Erklärung der Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen zur Zukunft Europas vereinbart (Weimarer Dreieck). Dazwischen lag der Freundschaftsvertrag vom 17. Juni 1991. Kanzler Kohl und Außenmister Genscher lag daran, langfristig zu Polen ein ähnlich gutes Nachbarschaftsverhältnis zu entwickeln, wie es nach dem 2. Weltkrieg zu Frankreich aufgebaut wurde. Als Polen nach dem Umbruch erstmals eine dortige deutsche Minderheit anerkannt hatte, war ein weiterer Schritt der Annäherung getan.

Bei den Vorbesprechungen wurde Bundekanzler Kohl und dem polnischen Ministerpräsidenten Bielecki deutlich, dass es ratsam sei, die Vertragsverhandlungen nicht auf Außenminister-Ebene zu führen, weil dann zu viele Personen beteiligt würden und das Risiko bestünde, dass zu früh Informationen nach außen dringen würden. Beide einigten sich darauf, nur über einen jeweiligen Bevollmächtigten zu verhandeln und Kohl habe gesagt: Meiner sitzt gerade neben mir: H. Teltschik. Es ging um so heikle Fragen wie den „Jumbo-Kredit“, wobei angesichts leerer Devisenkassen Zahlungsverpflichtungen der Republik Polen (570 Millionen Mark aus dem Jumbo-Kredit) in einen Złoty-Stiftungsfonds umgewandelt wurden, aus dem u.a. wesentliche Mittel in das deutsch-polnische Jugendwerk flossen. Zu klären war auch der Umgang mit der deutschen Minderheit. Für den Vertrag waren zu berücksichtigen die gemeinsame europäische Zukunft, die zukünftigen Beziehungen zu Russland, der Umgang mit kulturellen Fragen sowie kulturellen Unterschieden („erkennen und darüber reden, offene Debatten führen“) und die Frage: Wo wollen wir hin?

Der Vertrag wurde für 10 Jahre geschlossen und bisher dreimal für je fünf Jahre verlängert. Um solche Verträge am Leben zu halten, müssen sie auch gelesen werden, vor allem von Nachfolge-Regierungen, da bei diesen immer wieder der Eindruck entsteht, sie würden von vorne anfangen. Und die Zukunft? Da war zu hören: Für Europas Zukunft gibt aus vielerlei Gründen Anlass zur Sorge.

Als dunkle Wolken aufzogen, beendete der Moderator die Diskussionsrunde, u.a. mit Hinweis auf das draußen vorbereiteten Bürgerfest. Wohl auch deshalb kamen dann keine Fragen aus dem Publikum.

Die Schlussrunde wurde von der Ministerpräsidentin Dreyer mit Dank an die Referenten und Diskutanten sowie der Hoffnung auf ein weiteres Gedeihen der Zusammenarbeit zwischen Bürgern aus Polen und Rheinland-Pfalz eingeleitet. Der ehemalige Ministerpräsident Bielecki bedankte sich für die Einladung bei der Gastgeberin mit Handschlag. Dem Berichterstatter fiel auf: ohne Handkuss – der noch vor 25 Jahren in Polen auch unter Jugendlichen weit verbreitet war, aber nun wohl der Globalisierung zum Opfer gefallen ist.

Beim Verlassen der Staatskanzlei konnte der Berichterstatter Herrn Teltschik die Frage stellen, warum denn der Versöhnungsgottesdienst, zu dem der Erzbischof von Oppeln, (Alfons Nossol) auf den Annaberg eingeladen hatte, nach Kreisau verlegt worden sei. Es hatte dazu damals weitverbreitete Kritik am Bundeskanzler in der Deutschen Presse gegeben, obgleich es ja um eine Einladung an ihn gegangen war. Antwort: Leider nahmen die Vorbehalte in Polen zum Ort des geplanten Versöhnungsgottesdienstes derart zu, dass es zu einem Rückzieher gekommen sei. Die Bundesregierung hätte dies zurückgehalten, um Polen nicht zu brüskieren; lieber wäre gewesen, der Plan Annaberg wäre nicht einseitig aufgekündigt worden. Schließlich habe man sich auf Kreisau geeinigt.

Freundschaftsfest

Der Stand des Mainzer Polonicums beim Freundschaftsfest. Bildquelle: Mainzer Polonicum

Zum Bürgerfest

Im Innenhof der Staatskanzlei waren in zwei Reihen viele Stände aufgebaut, mit Kulinarik- und Wein-Angeboten sowie Informationsständen über Polen, speziell Oppeln und Rheinland-Pfalz. Ein Stand kredenzte original Żywiec-Bier, ein binationaler Stand aus Nieder-Olm informierte über die Partnerstadt Głuchołazy, dort engagierten sich die Eheleute Bohlender (Mitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden) mit aus der schlesischen Partnerstadt angereisten Gästen für die Besucher. Ein weiterer Stand des Mainzer Polonicums (Johannes Gutenberg-Universität) wurde von Frau Mgr. Derecka-Weber (ebenfalls Mitglied der DPG Mainz-Wiesbaden) und zahlreichen, fröhlichen Studierenden betreut.
Am Ende der beiden Standreihen war eine Bühne für Ansprachen und musikalische Darbietungen (u.a. von polnischen Musikgruppen und Sängerinnen) aufgebaut.
Bis etwa 16:45 herrschte reger Besucherbetrieb. An zahlreichen vollbesetzten Tischen sah man Teilnehmer, die sich an den kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken erfreuten. Als dann ein Platzregen losbrach, flüchteten sich viele Besucher unter das Zeltdach der Stände oder in die Staatskanzlei, um anschließend draußen weiter zu feiern.

Insgesamt mit den Ehrengästen beim Festakt und den Teilnehmern am anschließenden Bürgerfest ein wohltuendes Symbol der guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Rheinland-Pfalz und unserem östlichen Nachbarland, speziell den Partnern aus Schlesien. Zu dieser von der Landesregierung vorzüglich geplanten und durchgeführten Veranstaltung war in der Mainzer Allgemeinen Zeitung keine einzige Zeile zu finden.

H.-V. Ulmer

Mitglieder beim Freundschaftsfest

Der Autor des Berichts, Hans-Volkhart Ulmer, zusammen mit Iwona Derecka-Weber, zwei Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft beim Freundschaftsfest in Mainz. Bildquelle: Mainzer Polonicum

 

Links:

Presseerklärung der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Schriftwechsel von H.-V. Ulmer mit dem Chefredakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung

 

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Jahresausflug nach Rüdesheim

Diese Galerie enthält 10 Fotos.

Zu Besuch bei einem verdienten Mitglied und auf den Spuren eines vergangenen Ausflugs am Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim.

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Agnieszka Kowaluk: „Du bist so deutsch! Mein Leben in einem Land, das seine Tugenden nicht mag.“

Bericht von der Lesung und Diskussion mit der Autorin im Rahmen einer Veranstaltung des Studiums generale der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Deutsch-polnischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden am 6.6.2016 (Moderation Prof. Dr. Renata Makarska):

Die Veranstaltung begann mit einer originellen Befragung durch die Moderatorin, die der Autorin mehrere Stichworte mit Bezug zum Buch präsentierte – offensichtlich, ohne diese vorher abgesprochen zu haben. Ersichtlich wurde dies u.a., als es um das Stichwort Kreativität ging und die Autorin meinte, sie könne sich nicht daran erinnern, dass dieses Wort überhaupt in ihrem Buch vorkäme. Schon im Vorlauf zur Lesung erlebten so die 22 Zuhörer ein Feuerwerk facettenreicher Antworten. Der Berichterstatter zuckte zunächst zusammen, als zum Stichwort Heimat mit Heimaten im Plural geantwortet wurde. Bald wurde mit den Ausführungen der Autorin und in der späteren Diskussion deutlich, dass dies ja nicht nur für die Autorin, sondern auch für viele Zuhörer galt.

Nach etwa einer halben Stunde des originellen Frage-Antwort-Wortspiels trug dann die Autorin etliche Abschnitte aus ihrem Buch vor, ergänzt von der Moderatorin, die auch noch einige Lieblingspassagen zu Gehör bringen wollte, u. a. eine, in der das Schmunzeln auslösende Stichwort „Kreativität“ vorkam.

Nach einer weiteren halben Stunde schloss sich dann eine lebhafte, facettenreiche Diskussion an. Dabei ging es u. a. um Probleme der Übersetzer; im Umfeld von Polnisch und Deutsch ist diese Tätigkeit mit viel Idealismus verbunden und nur in Einzelfällen kann damit ein Lebensunterhalt verdient werden. Die Übersetzungstätigkeit spielt sich aber nicht im stillen Kämmerlein vor dem Bildschirm ab, vielmehr verfügt jeder Übersetzer über ein Netzwerk Gleichgesinnter, unter denen bei schwierigen Textstellen Rat eingeholt werden kann. Die Autorin hat mehrfach anspruchsvolle Literatur ins Polnische übersetzt; legte aber begründet dar, weshalb sie kein polnisches Buch ins Deutsche übersetzen würde – und ihr eigenes nicht in die polnische Sprache. Zum Thema Heimat führt sie aus: Bis zum Studium der Germanistik in Warschau gab es für sie nur polnische Wurzeln, ein DAAD-Stipendium erlaubte ihr dann zwei Tage nach der Wiedervereinigung einen Gastaufenthalt in Deutschland und nach mehreren Aufenthalten in diesem Land blieb sie schließlich hier. Zuerst Polin, und nun Münchnerin, ohne ihre polnischen Wurzeln zu verleugnen. Die Tochter sprach in den ersten Lebensjahren eher Polnisch (eben die Muttersprache), in der Gymnasialzeit fühlte sie sich dann wie die Mutter als Münchnerin. Wenn aber in der Schule Fragen zu Polen auftauchten, ergriff sie das Wort. Später – fern in San Francisco – schrieb sie der Mutter dann Briefe in polnischer Sprache.

In diesem Kurzbericht können nicht alle Themen des spannenden Abends wiedergegeben werden. Unter den Teilnehmern befanden sich viele „Grenzgänger“, die mit Wurzeln im heutigen Polen nun ihre Heimat in Deutschland gefunden haben und die sich von der Autorin sehr angesprochen fühlten. Etlichen Studierenden, z. T. aus dem Polonicum, wurde bewusst gemacht, wie im positiven Sinne spannend die deutsch-polnische Vergangenheit sein kann und welcher gemeinsame Weg mit dem östlichen Nachbarn noch zu bewältigen ist, bis der Umgang genauso ungezwungen wird wie mit dem westlichen Nachbarn Frankreich. Dabei spielen Spracherwerb und Sprachkenntnisse eine große Rolle, eine Chance für die zweite Generation der in Deutschland Lebenden mit polnischen Wurzeln.

Den Schlusspunkt setzte die Moderatorin mit dem Begriff erste Heimat, der dann die zweite in Deutschland bzw. München folgte.

Frau Derecka-Weber vom Mainzer Polonicum hatte mit der Einladung von Autorin und Moderatorin wieder ein sehr gutes Händchen bei dieser jährlichen Veranstaltung im Rahmen des Studium generale (Mainz) gezeigt.

H.-V. Ulmer, Mainz

Link zum Buch: Agnieszka Kowaluk: „Du bist so deutsch! Mein Leben in einem Land, das seine Tugenden nicht mag.“

Eine Kritik zum Buch: M. Lehmann-Pape: „Agnieszka Kowaluk – Du bist so deutsch. Humorvoller Blick auf sichtbare Dinge des Seins.“

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Mitgliederversammlung 2016

Auf der Mitgliederversammlung am 24. April 2016 im Mainzer Polonicum wurden die für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen besprochen. Außerdem wurde der Vorstand neu gewählt. Wir freuen uns über Philipp Bittner als neuen Schriftführer und danken ganz herzlich Barbara Kowalski für ihre bisherige Arbeit in diesem Amt. Als Vorsitzender wurde Tomasz Horyd bestätigt, ebenso wie Prof. Dr. Hans-Volkhart Ulmer als Kassenwart.

Die Mitgliederversammlung mitsamt dem bilingualen Hund des Vorsitzenden bei der Arbeit.

Die Mitgliederversammlung mitsamt dem bilingualen Hund des Vorsitzenden bei der Arbeit.

Der neue Vorstand

Der neue Vorstand: Vorsitzender Tomasz Horyd (2. v.r., mit Hund), Schriftführer Philipp Bittner (3. v.r.), Kassenwart Hans-Volkhart Ulmer (4. v.r.), nebst Beisitzern und Helfern.

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Flucht und Vertreibung als gemeinsame Erfahrung im Europa des 20. Jahrhunderts

Wenn es um das Thema Flucht und Vertreibung geht, etwa im Schulunterricht, so liegt der Fokus in Deutschland zumeist auf der eigenen Geschichte. Dass die Vorgänge am Ende des Zweiten Weltkriegs im 20. Jahrhundert jedoch nicht singulär waren, erfuhren die Besucher durch den Vortrag des Stettiner Historikers Jan M. Piskorski am 25. September in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung in Wiesbaden.

Anders als man es vielleicht erwartet hatte, ging es eben nicht darum, wer, wann, wenn aus welchem Gebiet und warum vertrieben hat, sondern vielmehr um die gemeinsamen Erfahrungen die die betroffenen Menschen dabei gemacht haben und um die Folgen, die sich aus den Bevölkerungsverschiebungen für die Gesellschaften ergaben. Mit zahlreichen eindrucksvollen Bildern illustrierte Jan M. Piskorski während seines Vortrags diese gemeinsamen Erfahrungen, die Menschen fast überall in Europa im 20. Jahrhundert machen mussten.

Jan M. Piskorski (rechts)

Jan M. Piskorski (rechts)

Bereits Achim Güssgen-Ackva von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung als einladender Hausherr spannte in seiner Begrüßung den Bogen bis in die Gegenwart, wo infolge von zahlreichen Kriegen und Konflikten in und um Europa immer neue Flüchtlinge nach Europa drängen und uns vor große Herausforderungen stellen.

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Peter Oliver Loew (links) im Gespräch mit Jan M. Piskorski

Dass die Integration von Fremden durchaus gelingen kann, wurde später im Gespräch im Peter Oliver Loew vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt deutlich. Er verwies auf die Einwanderung von Polen nach Deutschland während des Kaiserreichs, die sich zu allermeist bis heute bis auf den Namen vollständig assimiliert haben. Und so ging es in der Diskussion auch darum, wie Integrationsbarrieren abgebaut werden könnten. Jan Piskorski betonte, wie unheimlich reich Europa heute sei, warf aber dennoch den Gedanken ein, dass es möglicherweise nötig werden könnte, die Sozialsysteme abzubauen, um die Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen zu ermöglichen. Wichtig sei vor allem, dass die Zuwanderer in Europa rasch Arbeit fänden und so einerseits von Zuwendungen unabhängig würden und andererseits von  ideologischer Radikalisierung und Segregation von der Mehrheitsgesellschaft abgehalten würden.

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Im Nachgespräch: Tomasz Horyd von der DPG (mitte) und Peter Oliver Loew vom DPI (rechts)

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